Buchreview – Wir kommen

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Viel zu lange hat es gedauert, um genau zu sein 2 Jahre. 2 lange Jahre in denen unheimlich viel geschehen ist. 730 Tage seit dem Augenblick in dem ich „Wir kommen“ bei der Langen Nacht der Theater in Dresden, als Kurzfassung, auf der Bühne gesehen hab. Danach herrschte in mir Euphorie und so hab ich mir das Buch, auf welchem das Theaterstück basierte, gleich runter geladen. Ich wollte mir damals nicht das Buch kaufen, denn das würde zu lange dauern, denn es war ja Samstag Abend und der Buchladen war geschlossen. Viel zu lange, dachte ich mir, ich wollte es gleich in den Händen halten, schließlich musste ich doch das Ende wissen. (Das ist natürlich irgendwie paradox, weil ich ja eigentlich nur mein IPad mit einer neuen geöffneten PDF Datei in den Händen halte.)

Das Buch passt gerade perfekt

Und so lieg ich jetzt hier, 2 Jahre später und habe das Buch von Ronja von Rönne lange nicht weiter gelesen. Aber heute habe ich wieder angefangen und festgestellt wie sehr die Worte und die Stelle, in der ich wieder eingestiegen bin, gerade zu meinem Leben passen. Verrückt – und daraus entsteht nun die erste Buchrezension von mir auf diesem Blog. Obwohl ich echt nie gedacht habe hier jemals eine nieder zu schreiben. Aber ja, so spielt das Leben nicht wahr?

die Autorin

In „Wir kommen“ geht es um eine junge Frau, welche ihre beste Freundin Maja verloren hat, weil sie gestorben ist. Diese lebt nun mit 2 Männern, einer Frau und einem Kind in einer Art offenen Beziehung. Sie schreibt all ihre Gedanken nieder und so bekommt der Leser einen Einblick in Ihr verwirrtes Inneres. Dieses Innere ist vollkommen damit beschäftigt den Tod von Maja zu verarbeiten. Dabei kommen so viele verschiedene Gedanken hoch, dass man sich beim lesen manchmal dabei erwischt die Stirn in Falten zu ziehen. Allerdings merkt man spätestens auf der nächsten Seite, dass dies alles sie einfach nur menschlich macht. Auch wir haben solche schnellen und haltlosen Gedanken in unserem Leben und gerade nach einem Schicksalschlag sind diese meist nicht geordnet oder reflektiert, sondern kommen einfach so wie sie es gerade wollen in unseren Kopf.

Ich mochte das Buch sehr, kann es nur weiterempfehlen. Und da tut auch die lange Lesedauer keinen Abbruch, denn manchmal soll es so sein. Und das Buch ist nicht nur klasse geschrieben, sondern es hilft auf seine eigene paradoxe Art und Weise auch das Leben zu verstehen.

Eure

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